Liebes Publikum,


wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse an unserem digitalen ECLAT Festival und über sehr viel schönes und motivierendes  Feedback!

 

Unser Dank gilt auch allen beteiligten Künstler*innen dafür, dass sie die digitalen Formate angenommen und etwas ganz Neues entwickelt haben, dass das analoge Bühnenerleben nicht ersetzt, sondern ihm etwas Eigenständiges gegenüberstellt. Unseren Kommunikationsdesignern, Filmregisseuren, Ton- und Bühnentechnikern danken wir herzlich für die kreative Umsetzung unserer Idee, ein digitales ECLAT Festival zu erfinden, das Ihnen ein umfassendes, interessantes Festivalerlebnis ermöglicht hat.

 

Der umfangreiche Belarus-Schwerpunkt von ECLAT 2021 mit dem Film „Echoes. Voices from Belarus“, der Ausstellung „Belarus – der Weg zu sich selbst“ und dem Film „Practices of Subordination“ von Sergey Shabohin und Christoph Ogiermann ist über unser Portal stets frei für Sie zugänglich.

 

Auch die beiden Konzerte von SWR2 JetztMusik in ECLAT mit dem SWR Vokalensemble und dem SWR Symphonieorchester können Sie Dank Ihres Rundfunkbeitrags weiterhin kostenfrei erleben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse! Wenn Sie Fragen haben oder Feedback geben wollen, schreiben Sie bitte an:

musik@mdjstuttgart.de

 

Ihre Christine Fischer und das ganze ECLAT Team

Werk

Aya Metwalli: cabaret macabre

Deutsch

Cabaret Macabre ist eine Wiedergabe eines klassischen Kabarett-Songs aus den 20er Jahren der legendären ägyptischen Sängerin Mounira Al-Mahdiya. Geboren 1885, studierte sie in einer Schwesternschule und begann danach ihre Karriere als Sängerin in den lokalen Kabaretts der Al-Azbakiyah-Nachtclubs in Kairo. In den zwanziger und dreißiger Jahren blühte in Ägypten eine lebendige Musik-, Theater-, Film- und Kabarettszene auf, die eine Form des Liedes hervorbrachte, dessen Texte gewagt sexuell waren, mit einigen Pionieren in diesem Genre; Mounira Al-Mahdiya war eine von ihnen. Dieses Genre kann als ein Spiegelbild des Status quo jener Zeit betrachtet werden. Einigen Heimatforschern zufolge begann die Verbreitung der Kabarettkunst in Ägypten nach dem Scheitern der Revolution von 1919 und einem allgemeinen Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das sich über das Land legte und eine hedonistische Lebenseinstellung inspirierte, die sich auch in der Kunst widerspiegelte. Lieder, die sexueller Natur sind, sind keine neue Form in der ägyptischen Kunst und gehen nicht nur auf die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück, sondern auch auf die ägyptische Folklore und sogar auf die altägyptische Kultur, in der Musik und Tanz eine beliebte Form der Unterhaltung in ganz Ägypten darstellten und gleichermaßen mit der Erhöhung der religiösen Hingabe, der menschlichen Sexualität und den irdischen Vergnügungen verbunden waren. Sexualität und Sinnlichkeit waren auf die eine oder andere Weise schon immer ein integraler Bestandteil der ägyptischen lyrischen und musikalischen Identität, und doch verschwanden sie den frühen vierziger Jahren mehr und mehr, nachdem ein nationaler Radiosender ins Leben gerufen und ein Zensurbüro eingerichtet worden waren. Seitdem hat sich die ägyptische Kunstidentität langsam in ein Phantom ihrer selbst verwandelt; ein verdrängtes, hässliches, deformiertes Phantom, das seines eigenen Ethos beraubt ist; ein Cabaret Macabre. (Aya Metwalli)

 

English

Cabaret Macabre is a rendition of a classic cabaret song from the 20s by legendary Egyptian singer Mounira Al-Mahdiya. Born in 1885, she studied in a sisters’ school after which she began her career singing in local cabarets in Al-Azbakiyah nightclubs in Cairo. During the twenties and thirties in Egypt, a vibrant music, theater, film, and cabaret scene flourished bringing forth a form of song whose lyrics were audaciously sexual with a few pioneers in this genre; Mounira Al-Mahdiya being one of them. This genre can be considered a reflection of the status quo of that period. According to some researchers of Egyptian heritage, the spread of cabaret art in Egypt began after the failure of the 1919 revolution and a general sense of hopelessness loomed over the country, inspiring a hedonistic approach to life which was reflected in art. Songs that are sexual in nature are not a new form of Egyptian art and is not only attributed to the twenties of the last century, but also back to Egyptian folklore and even to ancient Egyptian culture where music and dance provided a popular form of entertainment throughout Egypt and were associated equally with the elevation of religious devotion, human sexuality and earthly pleasures. Sexuality and sensuality have always been an integral part of Egyptian lyrical and musical identity in one way or another, but it began to diminish in the early forties when a national radio station was launched, and a bureau of censorship was set up. Since then, the Egyptian art identity has been slowly turning into a phantom of itself; a repressed, ugly, deformed phantom that is stripped off of its own ethos; a cabaret macabre. (Aya Metwalli)

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ECLAT Konzert 2: Preisträgerkonzert zum 65. Kompositionspreis* der Landeshauptstadt Stuttgart

ECLAT Konzert 12: Maria Kalesnikava (Belarus) erhält den Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung