Liebes Publikum,


wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse an unserem digitalen ECLAT Festival und über sehr viel schönes und motivierendes  Feedback!

 

Unser Dank gilt auch allen beteiligten Künstler*innen dafür, dass sie die digitalen Formate angenommen und etwas ganz Neues entwickelt haben, dass das analoge Bühnenerleben nicht ersetzt, sondern ihm etwas Eigenständiges gegenüberstellt. Unseren Kommunikationsdesignern, Filmregisseuren, Ton- und Bühnentechnikern danken wir herzlich für die kreative Umsetzung unserer Idee, ein digitales ECLAT Festival zu erfinden, das Ihnen ein umfassendes, interessantes Festivalerlebnis ermöglicht hat.

 

Der umfangreiche Belarus-Schwerpunkt von ECLAT 2021 mit dem Film „Echoes. Voices from Belarus“, der Ausstellung „Belarus – der Weg zu sich selbst“ und dem Film „Practices of Subordination“ von Sergey Shabohin und Christoph Ogiermann ist über unser Portal stets frei für Sie zugänglich.

 

Auch die beiden Konzerte von SWR2 JetztMusik in ECLAT mit dem SWR Vokalensemble und dem SWR Symphonieorchester können Sie Dank Ihres Rundfunkbeitrags weiterhin kostenfrei erleben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse! Wenn Sie Fragen haben oder Feedback geben wollen, schreiben Sie bitte an:

musik@mdjstuttgart.de

 

Ihre Christine Fischer und das ganze ECLAT Team

Biografie

Luigi Nono

Deutsch

Luigi Nono (*1924 in Venedig, †1990 in Venedig) erhielt Kompositionsunterricht nach dem Abitur – während er an der Universität Padua Jura studierte – durch Gian Francesco Malipiero, später auch bei Bruno Maderna und Hermann Scherchen.
In den fünfziger Jahren prägte Nono zusammen mit Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen maßgeblich das Bild der Darmstädter Ferienkurse; 1959 brach er durch seinen kritischen Vortrag „Geschichte und Gegenwart in der Musik von heute“ mit der sogenannten „Darmstädter Schule". Die in Darmstadt seinerzeit populären seriellen Kompositionsverfahren fanden gleichwohl Eingang in Nonos Musik (etwa in „Canto sospeso“, 1955/56, oder „Diario Polacco“, 1958/59); einen mindestens ebenso großen Einfluß aber hatten Nonos Studien der niederländischen Vokalpolyphonie auf seine Kompositionstechnik.
Spätestens mit dem ersten Bühnenstück, „Intolleranza“ 1960 – einer „szenischen Aktion“ um unmenschliche Arbeitsbedingungen, Fremdenfeindlichkeit und Klassenkampf, das bei seiner Uraufführung anlässlich der Biennale in Venedig 1961 für Aufruhr sorgte – wird Nonos politisches Engagement deutlich. In den sechziger und siebziger Jahren thematisiert Nono in seinen Kompositionen den Vietnamkrieg, den chilenischen Befreiungskampf, die Pariser Studentenunruhen, Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus und die Situation von Fabrikarbeitern. Musik gilt ihm „als ein Mittel, um eine historische Situation, eine Realität kennenzulernen, oder, vom Standpunkt des Künstlers aus, um von einer Realität Kenntnis zu geben.“ Zu den kompositorischen Mitteln tritt als wichtiges Element die Elektronik - zunächst in Tonbandkompositionen, später als Live-Elektronik.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Philosophen Massimo Cacciari in Venedig und dem Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks in Freiburg, sowie mit verschiedenen Vokal- und Instrumentalsolisten bestimmen die letzten zehn Jahre in Nonos Komponieren. Die von dynamischen Extremen, langen Zeitspannen und Pausen getragene Musik berührt die Grenze zwischen Klang und Stille, zwischen Hörbarem und Unhörbarem – „Tragödie des Hörens“ ist der Untertitel der zentralen Komposition dieses Jahrzehnts, „Prometeo“ (1984/85). Das Verschwinden plakativer politischer Intentionen aus den Titeln, Widmungen und Texten der späten Kompositionen Nonos führte zu einer verstärkten Rezeption seiner Musik – auch dort, wo sie lange Zeit aus ideologischen Motiven immer wieder auf Hindernisse gestoßen war.

 

English

Luigi Nono (*1924 in Venice, †1990 in Venice) received composition lessons after graduating from high school - while studying law at the University of Padua – from Gian Francesco Malipiero, and later also from Bruno Maderna and Hermann Scherchen.
In the 1950s, Nono, together with Pierre Boulez and Karlheinz Stockhausen, had a decisive influence on the image of the Darmstadt Summer Courses; in 1959, he broke with the so-called “Darmstadt School” through his critical lecture History and Present in the Music of Today. The serial compositional methods currently popular in Darmstadt nevertheless found their way into Nono's music (for example in Canto sospeso, 1955/56, or Diario Polacco, 1958/59); but Nono's studies of Dutch vocal polyphony had at least as great an influence on his compositional technique.
Nono's political commitment became clear at the latest with his first stage play, “Intolleranza” 1960 – a "scenic action" about inhuman working conditions, xenophobia and class struggle, which caused an uproar at its premiere on the occasion of the 1961 Venice Biennale. In the sixties and seventies, Nono addressed the Vietnam War, the Chilean liberation struggle, the Paris student unrest, crimes of German National Socialism and the situation of factory workers in his compositions. Music is seen by him "as a means of getting to know a historical situation, a reality, or, from the artist's point of view, of giving knowledge of a reality." In addition to the compositional means, electronics is an important element – first in tape compositions, later as live electronics.
Close collaboration with the philosopher Massimo Cacciari in Venice and the Experimental Studio of the Heinrich Strobel Foundation of the Südwestfunk in Freiburg, as well as with various vocal and instrumental soloists, determine the last ten years in Nono's composing. The music, carried by dynamic extremes, long periods of time and pauses, touches the border between sound and silence, between the audible and the inaudible – "Tragedy of Hearing" is the subtitle of the central composition of this decade, “Prometeo” (1984/85). The disappearance of striking political intentions from the titles, dedications and texts of Nono's late compositions led to an increased reception of his music – even where it had long repeatedly encountered obstacles for ideological motives.

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ECLAT Konzert 2: Preisträgerkonzert zum 65. Kompositionspreis* der Landeshauptstadt Stuttgart

ECLAT Konzert 12: Maria Kalesnikava (Belarus) erhält den Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung