Liebes Publikum,


wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse an unserem digitalen ECLAT Festival und über sehr viel schönes und motivierendes  Feedback!

 

Unser Dank gilt auch allen beteiligten Künstler*innen dafür, dass sie die digitalen Formate angenommen und etwas ganz Neues entwickelt haben, dass das analoge Bühnenerleben nicht ersetzt, sondern ihm etwas Eigenständiges gegenüberstellt. Unseren Kommunikationsdesignern, Filmregisseuren, Ton- und Bühnentechnikern danken wir herzlich für die kreative Umsetzung unserer Idee, ein digitales ECLAT Festival zu erfinden, das Ihnen ein umfassendes, interessantes Festivalerlebnis ermöglicht hat.

 

Der umfangreiche Belarus-Schwerpunkt von ECLAT 2021 mit dem Film „Echoes. Voices from Belarus“, der Ausstellung „Belarus – der Weg zu sich selbst“ und dem Film „Practices of Subordination“ von Sergey Shabohin und Christoph Ogiermann ist über unser Portal stets frei für Sie zugänglich.

 

Auch die beiden Konzerte von SWR2 JetztMusik in ECLAT mit dem SWR Vokalensemble und dem SWR Symphonieorchester können Sie Dank Ihres Rundfunkbeitrags weiterhin kostenfrei erleben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse! Wenn Sie Fragen haben oder Feedback geben wollen, schreiben Sie bitte an:

musik@mdjstuttgart.de

 

Ihre Christine Fischer und das ganze ECLAT Team

ECLAT 2021

Editorial

Eigentlich wäre es schon lange fällig gewesen in Zeiten, in denen technische Möglichkeiten explodieren und der Klimawandel uns zugleich zu maßvollen Strategien internationaler Zusammenarbeit anhält: nämlich mithilfe des unvorstellbaren Reichtums digitaler Medien Formen zu erfinden, die unser Stuttgarter Publikum mit weltweiten „Fans“ verbindet und unsere Projekte international verfügbar macht.

 

Nun zwingt die Pandemie uns alle in die Isolation und fordert zu kreativem Handeln heraus, um unsere Kulturlandschaft weiterhin zu bereichern und den Handlungsspielraum der Künstler*innen zu erhalten.

 

ECLAT soll stattfinden. Wie immer Anfang Februar. Und wir möchten Sie durch unser neu geschaffenes Webportal hindurch entführen ins Stuttgarter Theaterhaus, ja gleichsam verführen zu konzentriertem Hörgenuss und zu aufmerksamem Wahrnehmen von 35 sehr unterschiedlichen Werken (darunter 24 Uraufführungen). Einladen zu unserem hybriden Experiment, ein attraktives Festival im Internet zu entfalten.

 

Gemeinsam mit einem Team junger Kommunikationsdesigner, einem Filmteam, mit den wunderbaren Kolleginnen vom SWR und mit allen involvierten Musiker*innen entwickeln wir ein Webportal, das weit über das „informelle Streaming“ hinaus ermöglicht, auf die Besonderheiten jedes einzelnen Werkes und Konzertes einzugehen und die beste Präsentationsform dafür zu finden. Mit Sorgfalt, Erfindergeist und zugegeben auch einer Portion Spieltrieb bauen wir also unser Festival wie eine Sandburg nach der Flut neu und anders wieder auf – und versuchen trotz aller pandemischer Unmöglichkeiten, möglichst viel vom gewohnten Flair im Theaterhaus rüberzubringen.

 

Lassen Sie sich also verführen, ECLAT in seinem 41. Jahr genauso aufmerksam zu verfolgen wie zu analogen Zeiten und sich zu versenken in die unterschiedlichsten Raffinessen, Provokationen, Poesien, in „seltsame Klänge aus einem seltsamen, unzusammenhängenden Jahr“, wie Ricardo Eizirik in seinem Werk „Placeholder“ das benennt, was wie manches andere rätselhafte Fragment, aber auch Werke voll drängender Ungeduld oder nichtanzutastender Erhabenheit auf die besondere Situation von uns allen verweist.

 

Es hätte der Pandemie also nicht bedurft, um etwas zu erfinden, was die globale Anteilnahme am künstlerischen Entstehen digital ermöglicht, das lokale Publikum mit weltweiten Teilnehmern verbindet und zu interaktiven Eingriffen und zum „Mitspielen“ einlädt. Und so lenken – eingebettet in Chats, Hintergrundgespräche, Interviews, persönliche Künstlerbegegnungen, Spiele und durchaus auch kulinarische Konzertpausen – die 13 Konzerte den Blick auf große Themen von globaler Relevanz.

 

Ein Schwerpunkt ist dabei Belarus, und er ist Maria Kalesnikava gewidmet, die ECLAT in den letzten Jahren als Social Media Expertin begleitet hat und die als Führungsfigur der belarusischen Demokratiebewegung am 7. September in Minsk entführt wurde und seither inhaftiert ist. Am Festivalsonntag bekommt sie den von Gerhart und Renate Baum gestifteten Menschenrechtspreis zugesprochen. In ECHOES – VOICES FROM BELARUS setzen belarusische Performer-, Künstler- und Aktivist*innen gemeinsam mit internationalen Musiker*innen ein differenziertes künstlerisches Statement zu dem Drama in unserem europäischen Nachbarland. Und die digitale Kunstausstellung „Belarus – der Weg zu sich selbst“ erzählt beeindruckend von den Parallelwelten, mit denen das Land konfrontiert ist.

 

Von der Sprengkraft künstlerischer Schöpfung zeugt auch das Projekt VOICE AFFAIRS. Es initiiert Grenzüberschreitungen, in denen die europäische Kunst-Musik durch die Diversität der experimentellen Musikszenen Libanons infiziert wird, und fokussiert auf eine ungeheuer lebendige Kunstszene, die inmitten einer apokalyptischen Situation aus Sicht von zeitgenössischer Komposition, Elektronischer Musik, Sound Art, Improvisation und Avant-Pop von der Vielfalt, Widersprüchlichkeit, Explosivität und Poesie des libanesischen Kulturraums erzählt. Ein spannendes Projekt, angesiedelt zwischen existentieller Bedrängnis und künstlerischem Freiheitswillen und Forscherdrang.

 

Erleben und genießen Sie also digital ein in viele Richtungen blickendes Festival ECLAT – ein Experiment voller Brisanz und künstlerischer Entdeckungen!

 

Zum Schluss noch eine strukturelle Anmerkung: Auch wenn Sie das Festival von zu Hause aus verfolgen, erheben wir eine Gebühr für den Eintritt in unser digitales Portal, das Sie zum Live-Geschehen ins Theaterhaus führt. Auch digital vermittelte Kunst kostet (nicht wenig) Geld und wir betreiben einen großen Aufwand für eine bestmögliche professionelle Wiedergabe. (Die Konzerte von SWR Vokalensemble und SWR Symphonieorchester sind jedoch dank Ihrer Rundfunkgebühren mit freiem Eintritt zu erleben.)

 

Die Höhe des Eintritts bestimmen Sie allerdings selbst – je nach Ihren Möglichkeiten. Mein Tipp: Denken Sie dabei an die künstlerische Leistung, die allem zugrunde liegt – aber leisten Sie sich auch selbst etwas, nämlich einen richtig guten Kopfhörer, um z.B. auch die vielen Raum-Stücke wahrnehmen zu können, die im Programm sind. Es lohnt sich!

Letzter Tipp: Unser vielseitiges und wirklich interessantes Pausenprogramm ist auch ein Ohrenentlastungsprogramm. Also: Kopfhörer runter, Ohren befreien, ein Glas gutes Wasser (oder reinen Wein) einschenken, Computerlautsprecher einschalten und weitergenießen.

 

Ich freue mich, Sie bei uns zu begrüßen!

Ihre

Christine Fischer

Intendantin

Behind The Scenes

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ECLAT Konzert 2: Preisträgerkonzert zum 65. Kompositionspreis* der Landeshauptstadt Stuttgart

ECLAT Konzert 12: Maria Kalesnikava (Belarus) erhält den Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung