Liebes Publikum,


wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse an unserem digitalen ECLAT Festival und über sehr viel schönes und motivierendes  Feedback!

 

Unser Dank gilt auch allen beteiligten Künstler*innen dafür, dass sie die digitalen Formate angenommen und etwas ganz Neues entwickelt haben, dass das analoge Bühnenerleben nicht ersetzt, sondern ihm etwas Eigenständiges gegenüberstellt. Unseren Kommunikationsdesignern, Filmregisseuren, Ton- und Bühnentechnikern danken wir herzlich für die kreative Umsetzung unserer Idee, ein digitales ECLAT Festival zu erfinden, das Ihnen ein umfassendes, interessantes Festivalerlebnis ermöglicht hat.

 

Der umfangreiche Belarus-Schwerpunkt von ECLAT 2021 mit dem Film „Echoes. Voices from Belarus“, der Ausstellung „Belarus – der Weg zu sich selbst“ und dem Film „Practices of Subordination“ von Sergey Shabohin und Christoph Ogiermann ist über unser Portal stets frei für Sie zugänglich.

 

Auch die beiden Konzerte von SWR2 JetztMusik in ECLAT mit dem SWR Vokalensemble und dem SWR Symphonieorchester können Sie Dank Ihres Rundfunkbeitrags weiterhin kostenfrei erleben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse! Wenn Sie Fragen haben oder Feedback geben wollen, schreiben Sie bitte an:

musik@mdjstuttgart.de

 

Ihre Christine Fischer und das ganze ECLAT Team

Werk

Wolfgang Motz: Oda a la esperanza

Deutsch

1979/80 schrieb ich meine Komposition „Los Dictadores“ für Sopran, sieben Instrumente und Tonband auf das gleichnamige Gedicht aus Pablo Nerudas „Canto General“ (1950). In jener Zeit beschäftigte ich mich intensiv mit Nerudas Lyrik und den Befreiungsbewegungen in Lateinamerika.

 

In den 1980er Jahren fand ich in Nerudas „Odas elementales“ (1954) das Gedicht „Oda a la esperanza“ und beschloss, es für Chor und Schlagzeug zu vertonen. Das Projekt begleitete mich durch die folgenden Jahrzehnte und 2014 entstand auf der Kanareninsel La Palma die Einleitung für zwei Schlagzeuger, die jeweils drei Becken und drei Tom Toms spielen. Die weitere Vertonung des spanischen Originaltextes für 16 Solostimmen beendete ich 2017.

 

Die Einladung des SWR-Vokalensembles, das Werk beim Eclat-Festival 2021 uraufzuführen, führte zu einer grundlegenden Überarbeitung der Komposition im Oktober 2020 mit dem Ziel, manche Übergänge geschmeidiger, Entwicklungen schlüssiger und die Harmonik noch ausdrucksvoller zu gestalten.

 

In meinen Kompositionen hat mich immer wieder das Verhältnis von Konstruktion und Ausdruck beschäftigt und so gibt es auch in der „Oda a la esperanza“ im Hintergrund eine strenge Tonhöhen- und Dauernstruktur, gleichzeitig aber das Bestreben, durch gezielte Disposition der Intervallik, der Klang- und Bewegungsdichte und der Tonräume verschiedene Ausdrucksqualitäten zu schaffen, ähnlich den Madrigalen des Cinquecento, um die Schönheit von Nerudas Gedicht zur Geltung zu bringen. Auf neue Vokaltechniken habe ich in diesem Zusammenhang bewusst verzichtet. (Wolfgang Motz)

 

Pablo Neruda: Ode an die Hoffnung

 

Meerhafte Dämmerung
inmitten meines Lebens,
traubengleiche Wogen,
Himmels Einsamkeit,
mich erfüllend
strömst du über,
das ganze Meer,
der ganze Himmel,
Bewegung
und Weltenraum,
die weißen Bataillone
des Schaums,
die orangenfarbige Erde,
der flammende
Gürtel
der sterbenden Sonne,
so viel
der Gaben und Gaben,
Vögel,
die ihren Träumen zufliegen,
und das Meer, das Meer,
verhaltener
Duft,
tönenden Salzes Chor,
indessen
wir,
die Menschen,
nahe dem Wasser
kämpfen
und hoffen,
am Meeresgestade
hoffen.

 

Zum Festland sagen die Wogen:
„Alles wird erfüllt werden“.

 

(aus: Pablo Neruda, Elementare Oden, Übersetzung von Erich Arendt, 1955, mit freundlicher Genehmigung von Carmen Ballcels, Barcelona)

 

English

In 1979/80 I wrote my composition “Los Dictadores” for soprano, seven instruments and tape on the poem of the same name from Pablo Neruda's “Canto General” (1950). At that time, I was deeply involved with Neruda's poetry and the liberation movements in Latin America.

In the 1980s, I found the poem “Oda a la esperanza” in Neruda's “Odas elementales” (1954) and decided to set it to music for choir and percussion. The project accompanied me through the following decades, and in 2014, on the Canary Island of La Palma, I wrote the introduction for two percussionists, each playing three cymbals and three tom-toms. I finished the further setting of the original Spanish text for 16 solo voices in 2017.

The invitation of the SWR Vocal Ensemble to premiere the work at the Eclat Festival in 2021 led to a fundamental revision of the composition in October 2020 with the aim of making some transitions smoother, developments more coherent, and the harmonies even more expressive.

In my compositions, I have always been concerned with the relationship between construction and expression, and so in the “Oda a la esperanza”, too, there is a strict pitch and duration structure in the background, but at the same time an effort to create different expressive qualities through specific disposition of the intervals, the density of sound and movement, and the tonal spaces, similar to the madrigals of the Cinquecento, in order to bring out the beauty of Neruda's poem. I have deliberately refrained from using new vocal techniques in this context.(Wolfgang Motz)

Pablo Neruda: Ode an die Hoffnung

Meerhafte Dämmerung
inmitten meines Lebens,
traubengleiche Wogen,
Himmels Einsamkeit,
mich erfüllend
strömst du über,
das ganze Meer,
der ganze Himmel,
Bewegung
und Weltenraum,
die weißen Bataillone
des Schaums,
die orangenfarbige Erde,
der flammende
Gürtel
der sterbenden Sonne,
so viel
der Gaben und Gaben,
Vögel,
die ihren Träumen zufliegen,
und das Meer, das Meer,
verhaltener
Duft,
tönenden Salzes Chor,
indessen
wir,
die Menschen,
nahe dem Wasser
kämpfen
und hoffen,
am Meeresgestade
hoffen.

Zum Festland sagen die Wogen:
„Alles wird erfüllt werden“.

(from: Pablo Neruda, Elementare Oden, Übersetzung von Erich Arendt, 1955, mit freundlicher Genehmigung von Carmen Ballcels, Barcelona)

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